Samarkand, Usbekistan

Im fruchtbaren Teil des Sarafschan Flusses liegt eine der ältesten und geschichtsträchtigsten Städte Asiens, Samarkand – „das Rom des Ostens, die Perle der östlichen islamischen Welt”. Mit diesen Worten wurde die Stadt von den Dichtern besungen. Es ist ein historisches und kulturelles Erlebnis und bietet unvergessliche Einblicke in die Geschichte und in die Gegenwart vor Ort.

samarcande

Samarkand ist eine der ältesten Städte und Kulturzentren der Welt. Diese uralte orientalische Stadt liegt inmitten des so genannten „mittelasiatischen Zwischenstromlandes”, das im Altertum als Transoxanien bzw. Mawerannachr bekannt war. Sie ist so alt wie Rom und blickt auf eine 2750-jährige Geschichte zurück. Sein Name leitet sich von zwei Stämmen „samar“ als fruchtbar und „kand“ als Ansiedlung ab. Es war Hauptstadt der historischen Landschaft Sogd, die im Jahr 329 v.Chr. von Alexander der Grosse erobert wurde, danach die Hauptstadt der zentralasiatischen Reiche der Samaniden, Karachaniden, Timuriden und Scheibaniden.

Erst im Jahr 1369 wurde Samarkand unter Timur, dem Gründer der Dynastie der Timuriden, die Hauptstadt des Reiches und zur schönsten und bedeutendsten Stadt der Welt. Ihre Blütezeit verdankt die Stadt dem Eroberer Timur, auch bekannt als Tamalan. Bei seinen Feldzügen, die sich von Indien bis Europa erstreckten, wurden die besten Handwerker und Künstler hierher verschleppt. Diese schufen im 14. Jahrhundert jene Architektur, die Samarkand über die Grenzen hinweg bekannt machte. Schon in seiner Zeit hat sich die Kultur und Wirtschaft der Stadt entwickelt. Bereits im 10. Jahrhundert war Samarkand neben Buchara das wichtigste Zentrum des Handels. Die meisten und bedeutendsten Handelsplätze lagen in der Vorstadt oder auf den Strassen, die die verschiedenen Märkte mit dem Zentralmarkt in der Innenstadt verbanden. Viele Händler der verschiedenen Völkerschaften wie Kirgisen, Perser, Inder, Juden, Türken, Araber, Tataren, Afghanen sowie chinesische Kaufleute, die bis heute noch in Samarkand siedeln und buddhistische Mönche, waren auf den Strassen und Plätzen der Stadt anzutreffen.

Samarkand entwickelte sich schnell zu dem zentralen Umschlagplatz der Seidenstrasse, der bedeutendsten Karawanstrasse von Persien nach China. Hier kreuzten sich die Waren und Kulturen. Güter wurden aus Persien, Indien in den arabischen Halbinseln und Chiwa umgeschlagen. Samarkand: das Zentrum der berühmtesten Handelsroute der Welt.

Im Herzen der Stadt liegt der weltberühmte Registan Platz, der einer der Höhepunkte von Samarkand ist. Er ist von drei islamischen Hochschulen, den prunkvollen Medresen eingerahmt. Diese bilden ein einzigartiges Ensemble. In den Innenhöfen befanden sich die Studien- und Schlafstellen der Studenten. Der Registan gehört gewiss zu den eindrucksvollsten Plätzen der Welt. Hier scheint das Märchen aus tausendundeiner Nacht plötzlich greifbar nah zu sein.

Heutzutage ist diese Stadt eines der Hauptkulturzentren der Republik Usbekistan, welches eine Unmenge von historischen Bauten sein Eigen nennt. Dank seinen architektonischen und archäologischen Meisterwerken gehört Samarkand zum UNESCO–Weltkulturerbe. Die Stadt hat in der Vergangenheit eine grosse Anzahl bedeutender Staatsleute, Gelehrten und Geistlichen hervorgebracht.

Zwei der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Samarkand sind: Die antike Hochburg islamischer Wissenschaften und Künste, welche damals als die schönste Stadt der Welt galt, die mit Keramik verzierten Portale der berühmten Gräberstadt Shahi Zende, die in seidigen Blautönen Türkis und grün schimmern. Ein unvergesslicher Farbenrausch.

Zu den ältesten Sehenswürdigkeiten von Zentralasien gehört die Medrese Ulughbek, die sich in Samarkand befindet. Sie stellt eine aussergewöhnlich ausgereifte Konstruktion dar und kann als Musterbeispiel einer islamischen Hochschule angesehen werden.

Samarkand, in der die Märchen aus tausendundeiner Nacht ihren Anfang nehmen, hat bis heute nichts von ihrem Reiz verloren. Daher ist die Reise nach Samarkand ein Muss und gilt als Höhepunkt jeder Reise durch Zentralasien. Erlebt man Samarkand bei Nacht, dann schwemmt man zwischen Träume und Wirklichkeit.

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