Chudschand, Tadschikistan

Bereisen Sie in die zweitgrösste Stadt von Tadschikistan und die Hauptstadt der nördlichen Provinz Sughd. Bis 1939 hiess die Stadt Chuchend, dann von 1939-91 wurde diese Gebietshauptstadt Leninabad genannt. Die heutige Stadt Chudschand liegt auf einer Höhe von 340 Meter unmittelbar am Eingang des Ferghana-Beckens am Ufer des Syr Darja, im äussersten Norden des Landes und bildet das westliche Tor des Fergana-Tals. Dieses zwischen Tadschikistan, Usbekistan und Kirgisistan aufgeteilte Gebiet ist geographisch und historisch mehr zu einer Einheit verbunden, als der tadschikische Teil mit dem Rest des Landes südlich der Turkestankette.

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Die Gründung der Stadt geht auf das Jahr 329 v. Chr. in der Zeit von Alexander dem Grossen zurück. Damals hiess sie Alexandria Eschatê („das entfernteste Alexandria”). Alexandria Eschatê sollte die ältere Stadt Kyreschata sein. Sie wurde am Südufer des Flusses Syr Darja und in der Nähe von heutigen Chudschand errichtet. Das Ziel von Alexander dem Grossen war es, eine Stadt am Ufer des Flusses zu errichten, welche die Grenze zwischen Sogdien und der Hungersteppe bilden sollte und wo sich die Nomadenstämme von „Sacae“ ansiedeln sollten.

Die Lage der Stadt Alexandria Eschatê war sehr geeignet. Einerseits war sie ein wichtiger Ort für den nördlichsten Militärstützpunkt des Imperiums und ein Verteidigungsgebiet gegen die Sacan-Nomadenstämme und andererseits war sie ein Punkt, von dem man über die ukrainische Ebene den Westen erreichen konnte. Alexander der Grosse liess eine 6 Kilometer lange Mauer um die Stadt bauen und hatte diese Stadt als Siedlung für die pensionierten oder verwundeten Veteranen aus seiner Armee bestimmt. Die Überreste seiner Mauern und ein paar hellenistische Scherben wurden in der Nähe des heutigen Chudschands gefunden und ausgegraben. Die Bevölkerung der Stadt hat im Jahr 1986 den 2500. Geburtstag ihrer Stadtgründung gefeiert.

Chudschand gehörte zu vielen Staaten bevor sich im Territorium von Tadschikistan befanden zu haben. Lange Zeit war sie Teil vom Persischen Reich, danach wurde sie im 8. Jahrhundert von den arabischen Umayyaden erobert. Im 13. Jahrhundert haben die Mongolen die Stadt völlig zerstört. Erst im Jahr 1929 wurde Chudschand in die tadschikische SSR eingegliedert und entwickelte sich zu einer bedeutenden Industriemetropole. Heutzutage ist Chudschand ein Zentrum der Textilproduktion, wo vor allem die Seidenverarbeitung heraussticht.

Zeugnisse der glorreichen Vergangenheit Chudschands als wichtiger Handelsknotenpunkt an der Seidenstrasse sind heute noch zu bewundern: die Zitadelle aus dem 10. Jahrhundert, ein lebendig-lauter Basar, Moschee und Medrese, ein Mausoleum mit reich verziertem Innenhof.

Dank ihrer günstigen geographischen Lage an der von China in die Mittelmeerländer führenden Seidenstrasse hatte sie im Mittelalter eine grosse strategische Bedeutung. Damals fiel sie mit ihrer Zitadelle, einer Innenstadt (Schahrestan), Vororten (Rabat), einem Palast sowie einer Dschuma Moschee auf. Zu dieser Zeit hatte die Stadt grosse Bevölkerung und könnte sich selbst nicht versorgen, daher war sie gezwungen, die zum Lebensunterhalt notwendigen Lebensmittel aus dem Umland zu importieren.

Erkunden Sie bei Ihrer Reise nach Chudschand das alte / neue islamische Zentrum von Chudschand, welches sich im Süden der Stadt, unweit des Panchschanbe Basars befindet. Sehr beeindruckend sind ihre Moschee, die über viele Jahre als Museum diente, sowie das völlig restaurierte Mausoleum Scheich Massaledin aus dem 19. Jahrhundert, dem gegenüber erst eine Medrese im Jahr 1991 als Koranschule errichtet wurde.

Chudschand verfügt über zahlreiche Universitäten, von denen die Staatliche Universität Chudschand eine der bekanntesten in der Stadt und eine der grössten in Tadschikistan ist. Nach der Unabhängigkeit Tadschikistans (1991) wurde diese Universität in Bobodschon Ghafurow, den Helden Tadschikistans (Erster Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Tadschikischen Sowjetrepublik) umbenannt. Neben der Universität liegt auch das Institut von Bergbau und Metallurgie Tadschikistans.

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