Merw, Turkmenistan

Neben Damaskus, Kairo und Bagdad ist Merw ein wichtiges Handelszentrum an der Seidenstrasse, einer der grössten archäologischen Standorte Zentralasiens und eine der grössten Städte der islamischen Welt. Sein Name stammt aus dem Altiranischen und bedeutet „Grasland“. Die antike Stadt Merw (UNESCO-Weltkulturerbe) spielte eine wichtige Rolle einerseits für heutigen Tourismus und anderseits in der Entwicklung der Seidenstrasse für mehr als 2000 Jahre.

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Merw zeichnet sich durch seine einzigartige Anlage aus. Die Stadt besteht aus einer Reihe mehrerer Städten, die im Laufe der Jahrhunderte nebeneinander erbaut wurden. Die älteste Stadt ist Erk Kala. Es fällt mit seiner Zitadelle und Befestigungsmauern aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. auf. Sie wurde später die Zitadelle der neuen Stadt Giaur Kala. Unter Befehl von Seldschuken wurde noch eine neue Stadt namens Sultan Kala neben diesem vorhandenen Ensemble erbaut. Schon im Mittelalter wurde Abdullah Khan Kala und erst im 18. Jahrhundert Bairam Ali Kala entstanden.

Die erste Siedlung von Merw geht auf den Beginn des 2. Jahrhunderts v. Chr. zurück, als Stämme von den Siedlungen am Fusse des Kopet-Dag-Gebirges hierhin umgezogen sind. In der Eisenzeit wurden die Siedlungen entlang des Flussbettes und künstlicher Kanäle gebaut. Schon in der Zeit von Achämeniden wurde die Zitadelle Erk Kala das administrative Zentrum der Oase. Erst aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. bis in das 3. Jahrhundert n. Chr. gehörte die von einer Mauer umgebene Stadt zum Partherreich und stand im 4. Jahrhundert unter der Herrschaft der Sassaniden. Wegen Schwierigkeiten in der Wasserversorgung im 7. Jahrhundert wurde die Stadt mehr und mehr nach Westen verlegt, bis sie von den Arabern erobert wurde.

Im 11./12. Jahrhundert war Merw die Hauptstadt des Seldschukenreichs. Die durch Kanäle bewässerte Stadt erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung (Baumwolle, Seide) und umfasste nach dem Zusammenwachsen mit mehreren Orten der Umgebung, die aus verschiedenen historisch bedeutsamen Epochen stammten, ein Gebiet von über 120 m2. Merw war als „Perle des Ostens“ das wichtigste Kulturzentrum.

Im 13. Jahrhundert wurde die Lage für Merw ziemlich schwer. Die Stadt überlebte Kriege, denen Zerstörungen folgten, Handel wurde auf der Seidenstrasse aufgehört, die Gebäude wurden in witterungsanfälliger Lehmbauweise erbaut. Diese führten dazu, dass nur wenige grossartige Monumente diese Periode überlebt haben. Seit dem 19. Jahrhundert finden Ausgrabungen und Forschungen von den Archäologen statt, um die Geschichte der Stadt wieder zu verlebendigen. Die Ruinen von Merw wurden erst um die Mitte des 20. Jahrhunderts ausgegraben und bilden ohne Zweifel wichtige Zeugnisse einer Entwicklung, die für die Kunst des Islams von herausragender Bedeutung war.

Reise nach Merw – der Traumstadt der Archäologen und Besucher, die sich für alte Kulturen und Zivilisationen begeistern, ist die beste Entscheidung für erlebnisreiche Entdeckungen. Das erstaunliche, geheimnisvolle Mausoleum von Sultan Sandschar - „Jenseits”, dessen Name mit längst vergangener Blütezeit des grossen Reiches von Seldschuken assoziiert wird, wirkt bis heute besonders imposant. Die legendäre Kuppel, gebaut von zwei dünnen Membranen, verleiht dem fast 40m hohen „Wolkenkratzer” eine besondere Einzigartigkeit.

Heute kann man in dieser historischen Stadt die Mausoleen und die Überreste der unterirdischen Wasserversorgung erkunden. Die Hauptattraktionen der Ruinen von Merw sind: die alte Stadt Erk Kala, Kala Gyaur, Sultan Kala und Abdullah khan Bayramalihan Kala, deren genauen historischen Umrisse durch Ausgrabungen noch aufzudecken sind. Das Historische Museum ist auch sehenswert, wo sich die bedeutendsten Funde der Ausgrabungen von Merw befinden.

Die Ruinen der grossen und kleinen Kala Kiz Festung oder Jungfrauenschlösser vom früheren Mittelalter ist auch eine weitere Sehenswürdigkeit. Es wird angenommen, dass hier Festungen und Paläste gaben, die den ansässigen Dekhane und den lokalen Fürsten gehörten.

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